Zelltherapie

Leiterin: Prof. Dr. Birgit Aßmus

 

Zelltherapie bei Herzerkrankungen

In unserer Klinik führen wir seit 2001 kontrollierte klinische Studien zur Zelltherapie bei Herzerkrankungen durch. Hierfür verwenden wir Patienten-eigene, mononukleäre Zellen, die aus dem Knochenmark isoliert werden. Durchgeführt wird die Zelltherapie bei akutem Herzinfarkt und chronischer Herzschwäche nach einem abgeheilten Herzinfarkt. 

Ausserdem ist das verwendete Zellpräparat (t2c001 der Firma t2cure) ein zugelassenes „Medikament“ zur Behandlung von schweren Durchblutungsstörungen der Beine (Thrombangiitis obliterans), sowie zur Behandlung bei großem frischem Herzinfarkt.

Ob für Ihre Erkrankung grundsätzlich eine Zelltherapie im Rahmen unseres klinischen Studienprogramms in Frage kommt, können wir manchmal schon nach der Zusendung von Arztberichten entscheiden, meistens ist jedoch eine persönliche Vorstellung in unserer Klinik 

 

Bisherige Ergebnisse der klinischen Studien zur Zelltherapie

Gegenwärtig ist die klinische Applikation von Patienten-eigenen (autologen) Zellen zur kardiovaskulären Regeneration in einem Stadium, wo eindeutige Antworten schwierig zu finden sind. Grundsätzlich wird das regenerative Potential der Stammzellen zusätzlich zur etablierten Therapie allgemein anerkannt, es sind aber noch zu viele Fragen offen, um eine breite therapeutische Anwendung zu ermöglichen. Aktuell werden erstmalig große randomisierte klinische Endpunktstudien (BAMI bei frischem Herzinfarkt, REPEAT bei chronischer Herzschwäche nach abgeheiltem Infarkt) durchgeführt, um zu belegen, dass durch die Zelltherapie tatsächlich auch die Prognose und damit das Überleben und die Lebensqualität der Patienten günstig beeinflusst wird. Bis dieser Punkt erreicht ist, sollte eine Applikation der Zelltherapie nur im Rahmen von randomisierten und kontrollierten klinischen Studienprotokollen erfolgen.

 

Im folgenden können Sie Originalpublikationen zu unseren Zelltherapiestudien herunterladen:

Durchführung der Zelltherapie bei Herzerkrankungen

Gewinnung der monunukleären Zellen aus dem Knochenmark (Knochenmarkspunktion)

 

Unter lokaler Betäubung, und ggfs. systemischer Schmerztherapie, wird eine Knochenmarkspunktion am Beckenknochen durchgeführt, um die Stammzellen zu gewinnen. Die Entnahme von Knochenmark erfolgt durch Einführung einer speziellen Punktionsnadel und Entnahme einer definierten Menge an Knochenmark (50 bis 70 ml) mit einer Spritze aus dem hinteren Beckenknochen. Auch wenn die Haut nur 1 x durchstochen wird, so müssen innerhalb des Knochens doch mehrere Orte punktiert werden, um eine ausreichende Anzahl an Stammzellen zu gewinnen. Das Ansaugen (Aspiration) des Knochenmarks kann schmerzhaft sein, dies kann jedoch meistens durch langsameres Ansaugen gut kontrolliert werden. Insgesamt dauert die Entnahme von Knochenmark nicht länger als ca. 20 Minuten, und eventuell auftretende Schmerzen an der Punktionsstelle verschwinden nach wenigen Tagen bzw. können gut durch Schmerzmittel behandelt werden.

Das gewonnene Knochenmark wird dann an den Blutspendedienst Frankfurt versendet, wo die Stammzellen isoliert werden. Zusätzlich zu evtl. erforderlichen Routineblutabnahmen werden auch 30 ml Blut abgenommen, um auf HIV, Syphilis und Hepatitis Viren zu testen, was für die Herstellung und Qualitätskontrolle des Zellproduktes vorgesehen ist. Alle positiven Erstbefunde müssen und werden automatisch durch den Blutspendedienst anonym an das Paul-Ehrlich-Institut gemeldet. Grundsätzlich sind ein Hepatitis- oder HIV-Infektion keine Ausschlußkriterien für eine Studienteilnahme.

 

Gabe der Zell-Suspension in ein Herzkranzgefäß (Koronarangiographie)

Sobald die Stammzellen aufgereinigt sind (Suspension), wird eine Koronarangiographie (innerhalb von 24 Stunden nach der Knochenmarkaspiration) durchgeführt. Diese Prozedur kennen die meisten Patienten schon. Meist wird am Handgelenk, gelegentlich auch in der Leiste, unter lokaler Betäubung eine Schlagader (Arterie) punktiert, über die der Katheter bis ans Herz vorgebracht werden kann. Über den Katheter werden dann die Zellen in das Koronargefäß gespritzt, welches bei einem vorangegangenen Herzinfarkt verschlossen war. Für die Zellinfusion wird das Gefäß insgesamt 3 Mal für ca. 3 Minuten mit dem Ballon verschlossen, unterbrochen von einer jeweils 3-minütigen Pause. 

Während des Gefäßverschlusses kann es sein, dass der Patient ein Engegefühl in der Brust oder sogar leichte Schmerzen (Angina pectoris) verspüren. Dies muss der Untersucher wissen, damit er ggfs. die Dauer des Verschlusses verkürzen kann. Die ganze Prozedur dauert etwa 30-45 Minuten.

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© Uniklinik Frankfurt - Kardiologie - Prof. Dr. med. Andreas Zeiher

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